Selten hat die Arbeitswelt solche Umbrüche erfahren wie in den letzten Monaten. Ein positiver Nebeneffekt: Young Professionals, High Potentials und bislang schwer zu gewinnende Fachkräfte befinden sich aktiv auf Jobsuche. Wer es also jetzt versteht, die Chance in der Krise zu ergreifen und die Besten der Besten für sich zu gewinnen, sichert sich einen klaren und nachhaltigen Wettbewerbsvorteil.

Mehr als je zuvor gilt es jetzt, sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren. Aber was genau macht Arbeitgeber attraktiv? Gibt es ein „Schönheitsideal“ – DEN idealen Arbeitgeber? Was ist konkret zu tun, um den „War for Talents“ für sich zu entscheiden? Umfragen und Studien zu dem Thema gibt es ja jede Menge, im Prinzip müsste man sich nur an den Ergebnissen orientieren. Blöderweise sind die recht unterschiedlich – je nachdem, wer wen wann wie befragt. Wir haben uns also aktuelle Studienergebnisse im deutschsprachigen Raum vorgenommen und alle Kriterien, die über die Arbeitgeberattraktivität entscheiden – aufgelistet. Und hier ist das Ergebnis.

Zusammenfassend muss ein hervorragender Arbeitgeber folgendes bieten:
Ein spannendes Aufgabengebiet, ein angenehmes Betriebsklima, Aufstiegschancen, Gestaltungsspielraum, flexible Arbeitszeitmodelle, Entscheidungsfreiraum, langfristige Jobsicherheit, Vorsorge, stabile Grundwerte, einen gut ausgestatteten Arbeitsplatz, angemessenes Gehalt, Sozialleistungen, Work-Life-Balance, kurze Arbeitswege, ein gutes Image, Wertschätzung, Anerkennung, die Unternehmenskultur muss passen, sinnhafte Arbeit, Talentmanagement, Eigenverantwortung, Kreativität, Herausforderungen, Beteiligungsangebote, teamorientiertes Arbeiten, Flexibilität, Talentmanagement, modernste Technologie, Weiterbildungsmöglichkeiten, Sicherheit, Zusatzleistungen, ein internationales Umfeld, Innovation, abwechslungsreiche Aufgaben, Empowerment, familienfreundliche Arbeitszeiten, ein Führungsstil auf Augenhöhe, Benefits, Digitalisierung, individuelle Unterstützung, ein familiäres Umfeld, Gesundheitsförderung, Entwicklungsmöglichkeiten, eine klare Zukunftsvision

Im Prinzip könnte das jetzt unsere Checkliste sein (Checklisten, die man Punkt für Punkt abhaken kann, sind was Schönes!) und zack – attraktivster Arbeitgeber der Welt! Nur … Ganz so einfach ist es dann leider doch nicht – zum einen, weil wir nur mit den Ressourcen hantieren können, die wir haben: Nichts würden wir lieber tun, als unseren Mitarbeitern auf dem Gehaltszettel eine Null dranhängen und die Arbeitszeiten an deren individuellem Biorhythmus ausrichten. Zum anderen sind wir uns gar nicht sicher, ob jeder uns gleichermaßen attraktiv finden soll. Eigentlich möchten wir ein Team, das nicht nur fachlich top ist, sondern das auch vom Mindset passt. Und das kann nur zu uns finden, wenn wir uns so zeigen, wie wir sind. Aber eins nach dem anderen …

ERSTER Schritt unseres Beauty-Projekts: Ordnung schaffen – Kategorisieren
Zunächst brauchen wir ein logisches Muster, sodass wir einen Punkt nach dem anderen bearbeiten können. Hier kommt mySTAFF ist Spiel: Das Analysetool für gezieltes Attraction & Retention Management ordnet nach emotional (dazu gehören Arbeitsklima, Loyalität/Verantwortung und Identifikation), kalkulativ (z.B. Gehalt und Arbeitszeiten) und wachstumsorientiert (Faktoren, die die fachliche und persönliche Weiterentwicklung betreffen). Ein wenig Struktur macht die Sache schon übersichtlicher.

ZWEITER Schritt: Der Blick in den Spiegel – Reflektieren
Bevor wir uns mit unserer Anziehungskraft beschäftigen und uns überlegen, wie wir bestmöglich am Arbeitsmarkt auftreten können, werfen wir einen genauen Blick in den Spiegel und befragen unsere Mitarbeiter, denn man kann nach außen nur glaubwürdig für etwas stehen, das innen tatsächlich gelebt wird.

DIRTTER Schritt: Soll und Haben – Priorisieren & Optimieren
Zunächst schauen wir, was wir schon auf die Haben-Seite schieben können (ein paar Häkchen auf der Checkliste machen gleich gute Laune). Zeigen unsere mySTAFF-Ergebnisse, dass die Mitarbeiter z.B. das Weiterbildungsangebot besonders schätzen, setzen wir einen großen grünen Haken dahinter und achten darauf, dass es auch so bleibt.
Dann werfen wir einen schonungslosen Blick auf unsere Makel – Wir wollen jetzt nicht sagen, Pickel ausdrücken – aber doch, genauso ist es. Entzündungsherde gehören behandelt, nur so können wir die Basis für eine positive Entwicklung schaffen.
Danach prüfen wir, ob es Dinge gibt, bei denen wir nicht mehr weit von der Haben-Seite entfernt sind und die mit wenig Aufwand zu erreichen sind. Diese setzen wir ganz oben auf unsere ToDo-Liste. So können wir uns Schritt für Schritt verbessern und ein glaubwürdiges, positives Arbeitgeber-Image auf- bzw. ausbauen.

VIERTER Schritt: Zeigen, was man hat – Präsentieren
Jetzt geht´s ans „Balzen“: Ein dezentes Make-Up darf schon sein, man will ja glänzen und seine Vorzüge zeigen, wenn man jemanden von sich überzeugen will. Besondere Highlights – die Punkte, mit denen wir uns wirklich von anderen abheben – sind unsere Präzisionswaffen im „War for Talents“ (Dazu mehr im nächsten mySTAFF-Blogartikel).

FAZIT:
Ein allgemein gültiges Standardrezept für Arbeitgeberattraktivität gibt es nicht. Das macht aber gar nichts, denn dann wären ja alle in gleichem Maße und auf die gleiche Weise „schön“. Es ist weder möglich noch sinnvoll, für alle Jobsuchenden attraktiv zu sein. Vielmehr geht es darum, das Beste aus sich zu machen, seine Besonderheiten herauszufinden – die kleinen Dinge, die Charakter verleihen, in die man sich „verlieben“ kann. So findet zusammen, was zusammengehört. Ein starkes, konsistentes, loyales Team kann entstehen und zusammen wachsen. Und nicht vergessen: Wahre Schönheit kommt von innen!